HAUSTIER UND BABY?
- 14. Apr. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Okt. 2021
Hund, Katze, Maus, Reptilien…in vielen Haushalten sind Tiere beheimatet. Auch ich selbst habe persönliche Erfahrungen mit den o.g. Tieren gemacht und beherberge aktuell zwei Katzen. Eigenwillige, aber auch sehr kuschelbedürftige Katzen. Und ich kann sagen, ich kenne meine Tiere am besten, aber ein Tier bleibt ein Tier. Es hat Urinstinkte, Eigenheiten und mal mehr oder mal weniger Erziehung erfahren. Manche Tiere wurden zuvor in schlechten Verhältnissen gehalten oder lebten sogar auf der Straße. Wie der Mensch auch, speichert sich ein Tier alle Erfahrungen des Lebens ab und kann sowohl traumatisiert als auch schwer führbar sein, doch hier sollte differenziert werden.

Bei einem zuvor misshandelten Rottweiler, der ein neues zu Hause bei Menschen gefunden hat berate ich im Thema „Haustier und Baby“ anders, als bei einem Dackel der seit seinem Welpenalter behütet aufwuchs.
Schon einige male habe ich den Irrglauben beseitigen müssen, dass ein Tier abgeschafft werden muss sobald das Baby unterwegs ist und ich habe hingegen noch nie erlebt, dass nach meiner Beratung zu diesem Thema ein Tier wirklich abgeschafft wurde. Und ich kann derzeit auch von keinem Fall berichten in welchem dem Baby etwas zugestoßen ist.
Achtsamkeit ist in dieser Thematik gefragt.
Nun kann ich hier nicht ins Detail gehen, da dies zum einen individuell zu betrachten und andererseits auch ein zu umfangreiches Thema ist, doch ein paar Grundregeln darf man beachten:
Was dem Baby gehört, gehört dem Baby.
Kinderdecke, Kinderbett, Maxicosi, Kinderwagen & Co sollten nicht als Schlaf- und Spielplatz für das Tier fungieren. Hierbei geht es nicht nur um Tierhaare, die in die Luftröhre des Kindes gelangen können, sondern auch als „verwischte“ Grenze für das Tier gegenüber des Kindes. Hat bsplsw. eine Katze das Kinderbett zu ihrem Schlafplatz deklariert und kuschelt auch gerne mit dem Mensch, kann es tatsächlich passieren das sich die Katze auf das Gesicht des Kindes legt und dieses folglich nicht mehr atmen kann.
Integration
Wenn das Baby da ist, bleibt es nicht aus das die Aufmerksamkeit in Richtung des Babys grösser ist als zum Haustier. Das ist normal und gesund so, jedoch darf das Tier integriert werden. Überpanische Verweisung des Tieres aus dem Raum oder in den Zwinger schürt Frustration beim Tier und Frustration bringt Eifersucht mit sich. Holen Sie das Tier zu sich, wenn sie das Baby auf dem Arm haben. Das neue Familienmitglied muss beschnuppert werden. Und Sie werden staunen, wie fürsorglich Tiere auf Babys reagieren.
Zeit, die liebe Zeit
Mit der Geburt des Kindes verändert sich der gesamte Alltag. Es ist somit nicht selten das Spaziergänge mit dem Hund mal kleiner ausfallen. Schauen Sie welche Ressourcen ggf. im Umfeld aktiviert werden können um dem Tier in etwa so gerecht zu werden wie vor der Geburt des Kindes. I.d.R., nachdem Mama sich erholt hat, können gemeinsame und lange Spaziergänge mit Hund und Kind gemacht werden.
Keine Schreckenshalsbänder
Ich möchte hier ehrlich sein…es schockiert mich, wenn zur Erziehungsmaßnahme des Tieres Halsbänder angeschafft werden, welche Stromschläge, Wasserstrahlen oder Würgeeffekte mit sich bringen. Erfahrungsgemäß lernen Tiere schnell, wenn die nötige Konsequenz in der Erziehung steckt. Legen Sie die Babysachen an den Ort, wo sie zukünftig sein sollen und versuchen Sie dem Tier beizubringen, dass es seinen eigenen Platz hat. Ja, bei Katzen ist das schwierig…hier empfehle ich gerne eine Decke etc. als Schutz über die Babysachen zu legen, welche man bei Gebrauch dann wieder entfernen kann.
Lob und Anerkennung
Selbst bei meinen Katzen funktioniert Training. Es dauerte keine 10Minuten und mein sonst so begriffsstutziger Kater hat gelernt für ein Leckerlie „High Five“ zu geben. Meine andere Katze apportiert und hört auf „Sitz“. Zugegeben…es funktioniert nicht ausnahmslos…aber auch die sonst so stur geltenden Tiere lernen. Und wenn sie etwas gelernt haben, dann ernten sie immer Lob und Anerkennung. Es macht ihnen dann sogar meist richtig Spaß etwas zu lernen. Haben Sie also gerade dem Tier beigebracht nicht auf die Babydecke zu gehen, dann loben Sie es bitte. Bei Hunden ist meist das überschwänglichste Lob das effektivste.
Ein Profi kann nicht schaden
Auch wenn ich sowohl privat als auch beruflich umfassende Erfahrungen mit Tier und Familie sammeln konnte, ersetzt dies in manchen Fällen nicht das Aufsuchen eines Profis. Hier verweise ich dann gerne zu einem Tierarzt und/oder Tiertrainer.
Sicherlich kann ich hier noch einige Dinge hinzufügen, jedoch sind allgemeingeltende Aussagen auch nicht immer die passenden für genau Ihr Tier.
Gerne berate ich Sie in meiner Betreuung individuell.




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